Soll ich meinen Hund sterilisieren lassen?

Basierend auf jahrelanger Forschung und Erfahrung empfehlen Experten, Hündinnen nach der ersten Läufigkeit sterilisieren zu lassen. Dies sollte mindestens 3 Monate nach dem Ende der Läufigkeit durchgeführt werden. Wenn die Sterilisation in diesem Zeitraum durchgeführt wird, ist die Wahrscheinlichkeit hormoneller Veränderungen sehr gering. Sie können Ihren Hund auch nach 6-7 Monaten vor der ersten Läufigkeit sterilisieren lassen. Die Sterilisation verhindert und reduziert viele gesundheitliche Probleme im Laufe des Lebens Ihres Hundes.

Es ist ratsam, mit Ihrem Tierarzt zu besprechen, was das Beste für Ihren Hund ist und was die möglichen Folgen sein könnten. So können Sie für Ihren Hund die beste Entscheidung treffen. Bevor Sie die Sterilisation mit Ihrem Tierarzt besprechen, ist es sinnvoll sich selbst ein Bild über die Sterilisation zu machen. Im Folgenden beschreiben wir Ihnen darum wichtige Informationen über die Sterilisation des Hundes. 

    
Vorteile einer Sterilisation

Keine Läufigkeit

Die meisten Hündinnen werden zweimal im Jahr Läufig, was mit einem blutigen Ausfluss einhergeht. Die Läufigkeit dauert durchschnittlich 2-3 Wochen. Während dieser Zeit ist Ihr Hund empfängnisbereit und kann erfolgreich gedeckt werden. Oft können Rüden während der Läufigkeit sehr aufdringlich werden. Für Hundehalter sind dies oft die wichtigsten Gründe, um eine Hündin sterilisieren zu lassen. In dieser Zeit ist die Hündin fruchtbar, aber wann genau, das ist je nach Saison und Hündin unterschiedlich. Die Läufigkeit kann auch im fortgeschrittenen Alter zu einem Wurf führen.

Geringeres Risiko für Milchdrüsentumore

Die Milchdrüsentumore von Hündinnen ähneln denen des Menschen. Wir unterscheiden hier zwischen gutartigen und bösartigen Tumoren. Untersuchungen zeigen, dass 1 von 4 nicht sterilisierten Hündinnen Milchdrüsentumore entwickelt. Um das Risiko von Milchdrüsentumoren zu reduzieren, ist es wichtig, dass die Sterilisation bereits in jungen Jahren erfolgt. 

Milchdrüsentumore spielen in der Regel bei Hündinnen mittleren Alters eine Rolle. Wenn die Hündin Milchdrüsentumore entwickelt und diese entfernt werden müssen, muss eine Operation erfolgen. Dies ist eine große Operationen, verbunden mit vielen Risiken und Schmerzen. Auch von Ihnen als Besitzer würde in dieser Zeit sehr viel Geduld & Kraft gefragt sein. 

Keine Gebärmutterentzündungen

Obwohl Hündinnen nach einer Sterilisation ihre gesamte Gebärmutter behalten, besteht durch die Entfernung der hormonellen Einflüsse der Eierstöcke kein Risiko mehr für eine Gebärmutterentzündung. Eine Entzündung der Gebärmutter ist eine sehr ernstzunehmende Erkrankung. Bis vor Kurzem wurde auch die Gebärmutter bei der Sterilisation entfernt. Es hat sich jedoch gezeigt, dass es für Hündinnen besser ist, die Gebärmutter nicht zu entfernen. Ein weiterer Vorteil ist, dass weniger Narbengewebe im Bauchraum entsteht und sich Ihr Hund somit schneller von der Operation erholt. 

Keine Scheinträchtigkeit

Eine Scheinträchtigkeit verursacht bei Hündinnen Komplikationen wie Verhaltensänderungen, Milcheinschuss und mögliche Entzündungen der Milchdrüsen. Diese Komplikationen verstärken sich mit dem Alter Ihrer Hündin.

Reduziertes Diabetes-Risiko

Diabetes wird unter anderem durch das Hormon Progesteron verursacht. Bei der Sterilisation werden die Eierstöcke, welche Progesteron bilden, entfernt.

        
Nachteile der Sterilisation

Gewichtszunahme

Sterilisierte Hündinnen haben eine andere Energiebilanz. Wenn Sie im ersten Jahr nach der Sterilisation nicht auf die Energiezufuhr achten wird Ihre Hündin höchstwahrscheinlich an Gewicht zunehmen. Es gibt spezielles Futter, um zu verhindern, dass Ihr Hund nach der Sterilisation übergewichtig wird. Es ist wichtig, dass Sie sich als Hundehalter an Fütterungsempfehlungen halten und für ausreichende Bewegung Ihres Hundes sorgen.

Charakterveränderungen

Bei Hündinnen, die bereits in jungen Jahren dominante Charakterzüge zeigen, kann eine Sterilisation dazu führen, dass sich diese Charakterzüge verstärken. Es ist dann wichtig, dass Sie eine konsequente und klare Erziehung verfolgen. Zudem kann es sein, dass Ihr Hund träger wird. Jedoch ist dies meist nicht die Folge der Sterilisation, sondern vom Übergewicht. 

Fellstruktur

Bei Hunden mit halblangem (glänzendem) Fell fällt auf, dass das Fell nach einer Sterilisation mit zunehmendem Alter stumpfer wird. Selbstverständlich hat dies keinen negativen Einfluss auf die Gesundheit Ihrer Hündin, sondern nur auf das Aussehen. Bei einigen Rassen ist stumpfer werdendes Fell offensichtlicher als bei anderen Rassen.

Inkontinenz

Sterilisierte Hündinnen haben im Alter eine höhere Wahrscheinlichkeit eine Inkontinenz zu entwickeln. Obwohl es wirksame Medikamente gegen Inkontinenz gibt, ist die Inkontinenz natürlich von Nachteil. Darüber hinaus gibt es einige Rassen, die schneller eine Inkontinenz entwickeln. Daher ist es ratsam, ein Beratungsgespräch mit Ihrem Tierarzt zu führen, um die Vor- und Nachteile spezifisch für Ihren Hund zu besprechen.


Die Operation

Während der Operation werden beide Eierstöcke über einen kleinen Zugang im Bauchraum entfernt. Mithilfe selbstauflösender Fäden wird die Wunde verschlossen. Die Anästhesie und Schmerzbehandlung ist auf das individuelle Tier angepasst, da hier Alter, Kondition und Allgemeinzustand berücksichtigt werden.

     
Nach der Operation

Nach der Operation kann Ihr Hund mitunter wegen der Narkose träger sein. Es ist wichtig, dass Ihr Hund einen warmen, bequemen Platz zum Ausruhen hat. Gehen Sie am Anfang regelmäßig aber nur kurz und langsam mit Ihrem Hund Gassi. Machen Sie in den ersten Tagen keine langen Spaziergänge und lassen Sie Ihren Hund nicht von der Leine los. Um Erbrechen zu vermeiden, wird empfohlen, kein Futter, sonder nur etwas Wasser Ihrem Hund nach der Operation anzubieten. Am Tag nach dem Eingriff sollte Ihr Hund wieder Futter fressen wollen und können.

Innerhalb der ersten Woche nach der Operation ist es ratsam, Ihren Hund an der Leine zu halten und keine langen Spaziergänge zu unternehmen. Vermeiden Sie, dass Ihr Hund rennt, spielt oder springt. Nur so kann eine optimale Wundheilung erfolgen. Sechs bis acht Wochen kann es dauern, bis sich die Fäden vollständig aufgelöst haben. Bis dahin kann eine leichte Wundschwellung zu beobachten sein.

       

Weitere Artikel