Wie gewöhne ich meinem Hund das Bellen ab?

Ein bellender Hund ist störend. Nicht nur für Sie als Besitzer, sondern auch für Ihre Mitmenschen. Aber warum bellen Hunde eigentlich und kann man es Ihnen abgewöhnen?


Warum bellen Hunde?

Es kann mehrere Gründe haben, warum Ihr Hund bellt. Oft ist es eine Kombination aus mehreren Ursachen. Jeder Hund ist anders und reagiert unterschiedlich. So gibt es zum Beispiel bestimmte Rassen, die schneller bellen und somit Angst und Unsicherheit beim Gegenüber erzeugen. Nachfolgend sind die häufigsten Gründe für´s Bellen aufgeführt:

Warnung

Einige Hunde bellen, um während einer Konfliktsituation den Gegenüber zu warnen. Ihr Hund gibt mit dem Bellen eine Warnung gegenüber einen anderen Hund, ein anderes Tier oder eine andere Person ab, um weg zu gehen oder nicht näher zu kommen. Dieses Verhalten kann beim Spazierengehen vorkommen, aber auch Zuhause. Zuhause tritt dies meist bei Hunden auf, die sehr territorial reagieren; sprich, wenn sich jemand ungewünscht dem Fressen, dem Spielzeug oder dem Körbchen nähert.

Auch kann es sein, dass Ihr Hund auf eine unbekannte Situation oder auf eine potenzielle Gefahr aufmerksam machen möchte. Hierzu zählen zum Beispiel fremde Hunde oder Wildtiere im Wald. 
Ein weiterer Grund kann das Warnen vor Einbrechern sein, z.B. wenn jemand Fremdes vor der Tür steht oder am Haus/ Garten vorbeigeht.

Aufregung

Es gibt Hunde, die anfangen, durch reine Aufregung oder Begeisterung zu bellen. Dies kommt z.B in Situationen vor wenn Sie als Besitzer von der Arbeit nach Hause kommen oder wenn Sie sich für einen Spaziergang fertigmachen. Einige Hunde bellen auch vor Aufregung, wenn sie einen anderen Hund sehen, oder wenn sie einen anderen Hund bellen hören. 

Angst

Wenn Ihr Hund aus Angst bellt, dient dies oft als Warnung. Es gibt mehrere mögliche Ursachen, warum Ihr Hund Angst vor etwas oder jemandem hat. Oft liegt es an einer Assoziation zwischen Ihrem Hund und einer Person oder einer bestimmten Situation. 
Wenn zum Beispiel eine Person auf Ihren Hund zukommt und Ihr Hund diese Person mit einer schlechten Erfahrung verbindet, kann Ihr Hund diese Person aus Angst anbellen. Selbst wenn diese Person nichts Konkretes falsch gemacht hat, kann es sein, dass die betroffene Person zufällig in der direkten Nähe war, als Ihr Hund eine schlechte Erfahrung gemacht hat. Auch kann es vorkommen, dass eine Person einer anderen Person sehr ähnelt und deshalb von Ihrem Hund mit Angst-Bellen begegnet wird. Dies kann nicht nur auf Menschen, sondern auch auf Hunde zutreffen, die anderen Hunden ähneln. Wenn Ihr Hund z.B. einmal von einem anderen Hund angegriffen wurde, so hat er Angst vor diesem Hund oder sogar zu Hunden mit den gleichen Eigenschaften.

Eine weitere Form der Angst ist die Trennungsangst. Aus diesem Grund kann es sein, dass Ihr treuer Vierbeiner bellt, wenn er alleine zu Hause ist. Dies kann eine Form der Unsicherheit, Langeweile oder eine Kombination aus beidem sein. Besonders wenn er es gewohnt ist, immer jemanden um sich zu haben, kann dieses Problem entstehen. Eine Ursache hierfür kann im Welpenalter ihre Wurzeln haben. Damals wurde Ihr Hund aus der gewohnten Umgebung mit Mutter und Geschwistern herausgenommen. Wenn Sie damals als neue Bezugsperson unpassend auf das Bellen reagiert haben, behält Ihr Hund diese Angewohnheit bei. Wichtig ist es in solchen Situationen, nicht Ihren kleinen Welpen zu trösten und Aufmerksamkeit zu schenken, sondern ihm zu zeigen, dass dieses Verhalten nicht richtig ist. Sonst lernt Ihr Welpe, dass er mit dem Bellen Aufmerksamkeit bekommt und auch den ein oder anderen Snack.

Aufmerksamkeit

Es ist auch möglich, dass Ihr Hund bellt, um Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn er mit Ihnen spielen möchte oder wenn Sie mit Ihrem Nachbarn quatschen und Ihr Hund ungeduldig wird und den Spaziergang fortsetzen möchte. Einige Hunde können auch aus Langeweile bellen. Natürlich kann die Ursache auch eine Kombination aus verschiedenen Gründen sein.

Schmerzen

Im schlimmsten Fall kann die Ursache des Bellens auch Schmerz sein. Während einige Hunde bei Schmerzen nichts von sich geben, gibt es auch Hunde, die dies durch Fiepen und Bellen zeigen.


Wie Sie das Bellen abgewöhnen können

Zuerst ist es wichtig, dass Sie sich darüber bewusst sind, dass das Bellen eine Form der Kommunikation ist. Darüber hinaus kann es in einigen Fällen auch nützlich sein, z.B. um Einbrecher abzuschrecken. Wie in den meisten Situationen ist Prävention besser als Intervention. Um das (übermäßige) Bellen zu reduzieren, ist es wichtig, dass Sie wissen, was der Auslöser des Bellens ist. Auf diese Weise können Sie effektiv arbeiten und so Reize entfernen, die zum Bellen führen. Die Abgewöhnung erfordert jedoch ein gewisses Maß an Konsequenz.

Training

Wenn Sie die Ursache ergründet haben und wissen, welche Reize Ihr Hund zum Bellen bringt, können Sie Ihren Hund gezielter trainieren. In einigen Fällen können Sie Ihren Hund so wenig wie möglich Reize aussetzen, die ihn zum Bellen bringen. Wenn Ihr Hund zum Beispiel aus dem Fenster schaut und auf alles und jeden bellt, der vorbeikommt, können Sie eine Fensterfolie nutzen oder die Vorhänge schließen. Es ist kontraproduktiv, wenn Sie den Hund anschreien oder ihn körperlich bestrafen. So können sich Unsicherheit und Angst bei Ihrem Hund entwickeln. 

Befehle - Eine Möglichkeit für eine langfristige Verhaltensänderungen kann durch das Verknüpfen eines Befehls mit dem Verhalten erreicht werden. Zum Beispiel können Sie den Befehl "Pssst"  mit dem Verhalten "Bellen" verknüpfen, um das Bellen zu verbieten. Auf diese Weise haben Sie mehr Kontrolle über die Situation und können Ihren Hund ablenken, indem Sie ihn trainieren.
Wenn Ihr Hund auf Ihre Befehle reagiert und er ruhig ist, können Sie ihn zum Beispiel mit einer Belohnung oder durch Spielen belohnen. Tun Sie dies jedoch nur, wenn der Hund tatsächlich brav auf Ihren Befehl reagiert hat und niemals als Ablenkung, wenn er bellt. So würde Ihr Hund nämlich denken, dass er für das Bellen belohnt wird. Wenn ihr Hund nicht auf Ihren Befehl reagiert, lassen Sie ihn bellen und loben Sie ihn erst, wenn er wieder ruhig ist.

Ablenkung - Wenn Ihr Hund so viel Lärm macht, dass Ihr Befehl nicht hörbar ist, können Sie den Hund auch versuchen vom Bellen abzulenken. Besonders bei arbeitsfreudigen Hunden kann dies sehr nützlich sein. Ablenken können Sie ihn indem Sie ihn Sitz und Platz machen lassen, oder sich die Pfote geben lassen. So fokussiert sich Ihr Hund mehr auf Sie, wodurch Sie mehr Kontrolle über die Situation bekommen.


Hilfsmittel gegen das Bellen

Für eine Verhaltensänderung ist es wichtig, konsequent zu handeln. Wenn Ihr Hund nachts bellt oder wenn Sie nicht zu Hause sind, können Sie Anti-Bell-Produkte nutzen, welche in der Rubrik Hundeerziehung zu erwerben sind. Diese sind unter anderem in Form eines Halsbandes erhältlich, welche dem Hund Signale geben. Zum Beispiel gibt es ein Anti-Bell-Halsband, das mit einer harmlosen Citronella-Flüssigkeit gefüllt ist, die für Hunde einen starken, unangenehmen Geruch darstellt. Wenn Ihr Hund bellt, versprüht das Halsband eine kleine Menge dieser Flüssigkeit. Dies wird Ihrem Hund beibringen, dass es besser ist ruhig zu sein.
Es gibt auch Anti-Bell-Produkte, die einen kleinen elektrischen Impuls abgeben. Jedes Mal, wenn Ihr Hund bellt, verspürt Ihr Hund einen kleinen elektrischen Stoß. Ihr Hund soll damit lernen, dass es Ihm mehr nützt still zu sein als zu bellen.

Professionelle Hundeschule - Wenn Sie alle oben genannten Möglichkeiten schon ausprobiert haben, aber ohne Erfolg, können Sie einen professionellen Hundetrainer zur Rate ziehen. Er oder sie kann Ihren Hund beobachten und Ihnen gute Tipps geben. 

Welche Methode zur Abgewöhnung des Bellens am besten funktioniert ist von Hund zu Hund unterschiedlich. Sie kennen Ihren Hund am besten. Wenn Sie also wissen, dass Ihr Hund schnell ängstlich wird, ist ein elektrisches Anti-Bell-Halsband möglicherweise nicht die beste Lösung. Hier sollten Sie sich lieber für ein Anti-Bell-Halsband in Sprayform entscheiden. Damit sich Ihr Welpe erst gar kein unerwünschtes Bellen angewöhnt, lassen Sie ihn an alle möglichen Situationen und Geräusche gewöhnen, damit er nicht aus Angst bellt. Versuchen Sie, Hunde, die vor Aufregung bellen, sich so viel wie möglich auszupowern zu lassen. Der Schlüssel zum Erfolg ist, immer klar, ruhig und vor allem konsequent zu bleiben, damit der Hund Sie als Führungsposition sieht und Sie so das Vertrauensverhältnis zu Ihrem vierbeinigen Freund aufrechterhalten können.

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